Upcycling – Die Zukunft der Einkaufszentren und Geschäfte

Stephanie WonnebergerGeschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Vermietende von leer stehenden Läden und Einkaufszentren sind auf der Suche nach neuen, kreativen Konzepten, um den Umsatz neu anzukurbeln. Die Belebung der Innenstädte wird aktuell mit zukunftsweisenden Themen wie Entertainment, Erlebnis und Digitalisierung vorangetrieben. Aber welche Ideen können neben Selbstzahl-Stationen und der interaktiven Umkleide umgesetzt werden?

Aus Alt mach Neu

Beim Upcycling, englisch up „nach oben“ und Recycling „Wiederverwertung“, werden scheinbare Abfallprodukte in neue Gebrauchsgegenstände umgewandelt und aufgewertet. Als gutes Beispiel dienen Euro-Paletten als Baustoff für neue Möbel, Blumenvasen aus Plastikflaschen oder schicke Kleider aus alten Stoffresten. Mit viel Kreativität werden neue Güter erschaffen, die originell und nützlich sind.

Der Mega-Trend heißt Nachhaltigkeit

Kund:innen von heute wollen sich wohl fühlen, sich weiterbilden, gemeinsam austauschen und etwas für die Umwelt tun. ReTuna – Das erste Upcycling-Einkaufszentrum der Welt – befindet sich im schwedischen Eskilstuna, einer idyllischen Stadt etwa 100 km westlich von Stockholm. Die Einkaufsmeile fungiert gleichzeitig als Werkstoffhof, Upcycling-Werkstatt und Marktplatz für Erlebnis-Shopping, Community und Umweltbewusstsein.

Upcycling-Einkaufszentrum ReTuna in der schwedischen Stadt Eskilstuna | Bild ©Lina Östling
Upcycling-Einkaufszentrum ReTuna in der schwedischen Stadt Eskilstuna | Bild ©Lina Östling

Revolution beim Einkaufen

Das innovative Shopping-Center revolutioniert das Einkaufen nachhaltig. Besucher:innen können gebrauchte Gegenstände wie Möbel, Kleidung und elektrische Geräte in vorgesehene Container werfen. Die Materialien werden von Mitarbeitenden gesichtet und aussortiert. Die ausgewählten Produkte erhalten in den Recycling-Shops im Einkaufszentrum eine Reparatur, Renovierung und Veredelung – um anschließend im neuen Glanz weiterverkauft zu werden.

Einzigartige Erlebnisse im Einzelhandel

Händler:innen und Kaufinteressierte profitieren im Einkaufscenter von organisierten Veranstaltungen, Thementagen und Workshops. Parallel finden in den klimasmarten Tagungs- und Konferenzräumen Bildungsprogramme in Kooperation mit Volkshochschulen statt. Das eigene Restaurant serviert Essen mit lokalen Produkten und setzt sich für eine reduzierte Lebensmittelverschwendung ein.

Gemeinsam vernetzen und zusammen arbeiten

Auch außerhalb des Einkaufgeschehens engagiert sich die Shoppinggemeinde bei der Aufklärung von Umweltfragen. Das Wissen über Nachhaltigkeit wird zusätzlich in den Sozialen Medien geteilt. Kooperationen mit Energie- und Umweltunternehmen sowie interaktive Coworking Plätze sind darüber hinaus geplant.

Fazit:

Durch das Upcycling erhalten alte Gebrauchsgegenstände ein neues Leben. Ressourcen, Rohstoffe und der Geldbeutel werden dabei geschont – es entsteht ein neues, individuelles Produkt. Die Kreislaufwirtschaft wird angekurbelt, neue Arbeitsplätze entstehen. Das Shopping-Erlebnis bietet einen Nutzen für heutige und künftige Generationen. Ein Konzept, welches sich erfolgreich ausbreitet.

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