Ankerkraut - Die (Gewürz-)Mischung macht's

Ankerkraut erzählt Geschichten mit seinen Gewürzen und überzeugte damit auch die Investoren bei “Die Höhle der Löwen”. Frischen Wind in die etwas angestaubten Gewürzregale zu bringen, ist das Ziel des Hamburger Unternehmens.

Was macht euer Start-up und warum glaubt ihr, wird sich eure Geschäftsidee durchsetzen?

Nüchtern gesagt produziert und verkauft Ankerkraut Gewürze und Gewürzmischungen. Im Weiteren haben wir Tees und zum Beispiel Adventskalender im Portfolio. In Wirklichkeit allerdings ist Ankerkraut ein „Storytelling”, „omni-channel”, Content und Brand Powerhouse – das seinen Fans tolle Geschmäcker und Erlebnisse bietet.

Und ehrlich gesagt sind wir mit Ankerkraut ja bereits in der Grown-up Phase angekommen und haben uns bereits am Markt etabliert und behauptet. Spannend ist daher die Frage: Wieso haben wir daran geglaubt, dass wir uns durchsetzen? Antwort: Wir haben uns diese Frage nie gestellt!

Sicher ist hier der Übergang von selbstbewusst zu größenwahnsinnig fließend und man sollte genau überlegen, ob es sich bei der Start-Up-Idee um ein nachhaltiges, echtes Geschäftsmodell oder einfach nur eine (ggf. auch semigute) Idee handelt, aber wenn man sich entschieden hat, gibt es nur eine Marschrichtung: Vollgas geradeaus – nie zweifeln, nicht rechts oder links gucken und fokussiert bleiben.

Was waren die größten Hürden, die ihr auf eurem Gründungsweg überwinden musstet?

Hürde Nummer 1: Am Anfang musste ich meine Frau Anne von der Idee überzeugen. 

Hürde Nummer 2: 2016 musste Anne mich überzeugen, dass es eine gute Idee ist, in „DIE HÖHLE DER LÖWEN“ zu gehen. 

Ansonsten hatten wir auf unserem Weg viel „Glück“ – was meines Erachtens aber nicht zufällig passiert, sondern zumeist das Ergebnis harter Arbeit ist. Aber natürlich kann man immer auch Entscheidungen treffen, die sich – trotz fundierter Recherche – später als wirtschaftliche Fehler herausstellen. Hiervon sind wir weitestgehend verschont geblieben. Hier und da wurde die Liquidität mal etwas eng, aber wir haben es geschafft, seit 2014 profitabel zu sein und fast ausschließlich durch eigenes Kapital zu wachsen.

Wo geht die Reise hin? Was sind eure Ziele für 2020 und für die nächsten fünf Jahre?

Weltherrschaft! Und im Ernst: Wir hätten vor fünf Jahren nie gedacht, dass wir mal da sein werden, wo wir heute sind. Wenn ich mir jetzt die Zukunft 2025 ansehe, wird mir auch schon wieder schwindelig. Am Ende gilt aber tatsächlich „the sky is the limit“. Da ich 2013 eigentlich nur eine Firma gründen wollte, von der meine Familie und ich gut leben können, haben wir unsere ursprünglichen wirtschaftlichen Ziele bereits seit Jahren weit übertroffen. Marken und Philosophietechnisch gesehen wollen wir und will Ankerkraut Menschen verbinden und zurück bringen zu dem, was wirklich zählt: Slow down durch Slowfood und Soulfood, gemeinsames Kochen und Genießen, back to basic – zurück zu Werten wie Familie, Freunden, Liebe und wir wollen natürlich weiterhin frischen Wind in die angestaubten Gewürzregale dieser Welt bringen!

Wie seid ihr bekannt geworden?

Über „Alles“. Den ersten Fuß in die Tür bekommen haben wir 2013/2014 in der in Deutschland damals aufkeimenden BBQ-Szene. Hier konnten wir relativ schnell die Profis von unseren Produkten – u.a. Rubs (= Trockenmarinaden) – überzeugen. Danach haben wir nahezu alles ausprobiert. Als „digital natives“ (unser damals und heute noch stärkster Kanal ist unser eigener Online-Shop) haben wir – und im Gegensatz zu vielen der etablierten Playern des Marktes – natürlich unseren Fokus auf Online Marketing und dort im Speziellen Social Media gelegt. Wir haben stets darauf geachtet, Performance orientiert zu arbeiten, so ist Brandbuilding inklusive positivem ROI (Kapitalrentabilität) möglich gewesen. 2016 waren wir dann im TV. Das hat uns natürlich auf Schlag noch viel bekannter gemacht und war eine Chance, die wir nutzen konnten, um das Wachstum zu beschleunigen. Seitdem arbeiten wir u.a. sehr viel im Kooperationsbereich. Viele renommierte und bekannte Marken haben Lust auf die „Love Brand“ Ankerkraut und wir freuen uns über tolle Reichweiten in für uns teilweise neuen Umfeldern.

Wie geht ihr mit Rückschlägen um?

Mund abwischen, weiter machen. Aus jedem Fehler lernen wir, ihn kein zweites Mal zu machen. Wir bleiben flexibel, neugierig und mutig, wenn es das nicht war, dann ist es etwas anderes. Wir achten darauf, dass Ideen in einer Testphase – die wirtschaftlich überschaubar ist – umgesetzt werden und setzen nicht alles auf eine Karte. Kurzum: Wir sind dankbar für jeden Rückschlag, aus dem wir Lernen dürfen, und es ist völlig normal: Du machst 10 Sachen. Davon sind 8 Mist und zwei baust du aus.

Welche Tipps könnt ihr Gründern mit auf den Weg geben?

Überlegt es euch gut und wenn ihr euch entschieden habt, es zu machen, macht es richtig. Keine halben Sachen. Gebt Vollgas und seid bereit die ersten Jahre 150% zu geben. Es ist kein einfacher Weg, aber wenn ihr ihn gehen wollt, kann er richtig cool sein! Vertraut eurem Bauchgefühl, wenn ihr euch nicht wohl fühlt oder etwas nicht versteht: Finger weg. Zu guter Letzt: Ihr seid nicht alleine – Netzwerkt!

Unternehmen: Ankerkraut GmbH

Gründer: Stefan Lemcke

Branche: FMCG/Lebensmittel – primär Gewürze und Gewürzmischungen

Gründungsjahr: 2013

Firmensitz: Jesteburg, Niedersachsen

Mitarbeiteranzahl: > 100

Webseite: https://www.ankerkraut.de/

„ Mund abwischen, weiter machen. Aus Fehlern lernen wir. Wir bleiben flexibel, neugierig und mutig.“

Stefan Lemcke – Geschäftsführer Ankerkraut

Einblicke in das Projekt