Sicher shoppen dank keimfreier Luft

stores+shopsGeschätzte Lesedauer: 5 Minuten

Durch die Covid-19-Pandemie rückt das Thema Lufthygiene auch im Einzelhandel in den Fokus. Technische Lösungen können dabei helfen, das Risiko von luftgetragenen Infektionen wirksam einzudämmen. Das Spektrum reicht vom flexiblen Einstieg mit Stand-alone-Geräten bis hin zu leistungsfähigen, vollständig in die raumlufttechnischen Anlagen (RLT) integrierten Entkeimungsmodulen.

Sie gelten als die Verursacher der Übertragung des Corona-Virus: Aerosole, kleinste Schwebeteile, die beim Ausatmen in die Luft gelangen und sich dort über längere Zeiträume durch den Raum bewegen. Auf jedem Aerosol könnten SARS-CoV-2-Viren sitzen und genau da liegt die Gefahr, denn so können sie sich in geschlossenen Räumen verbreiten. Regelmäßig durchlüften hilft, am besten mit Querlüftung (Durchzug), um Viren und Bakterien zu vertreiben. Grundsätzlich wird ein fünf- bis sechsfacher Luftaustausch pro Stunde empfohlen. Dann lassen sich nahezu 100 Prozent der Luft entkeimen.

Natürliches Lüften stellt eine hochwirksame Maßnahme dar, stößt aber in Verkaufsräumen natürlich an seine Grenzen. Die gute Nachricht: Mit einer professionellen Raumluftdesinfektion lässt sich das Erbgut von Erregern wie Viren, Bakterien oder anderen Mikroben nahezu unschädlich machen. Grundsätzlich lassen sich RLT-Bestandsanlagen nachträglich mit UV-C-Desinfektionskammern oder auch geeigneten HEPA-Filtern nachrüsten. Das gilt sowohl für zentrale Luftreinigungsgeräte, die mit zentral gesteuerten Belüftungskanälen für unterschiedliche Räume ausgestattet sind, als auch für dezentrale Anlagen in Form von Stand-, Wand- und Deckengeräten.

Als hocheffizient im Kampf gegen die Schadstoffe gilt hier die sog. HEPA-Filtertechnologie, die beispielsweise der Anbieter von Umluft-Klimaanlagen Aiolos für seine Geräte nachrüstet. Das Problem ist nämlich, dass die meisten Bestandsanlagen ausschließlich für die thermische Luftbehandlung konzipiert sind. „Nachdem herausgefunden wurde, dass das Corona-Virus in erster Linie über Aerosole übertragen wird, sind hochwertige Luftfiltersysteme in zahlreichen Anwendungen notwendig geworden“, sagt Hellmuth Weiß, Managing Director des Unternehmens Aiolos Air.

Die angesaugte Raumluft wird gefiltert und angeblich zu 99,95 Prozent gereinigt an den Raum abgegeben. Der Systemtechnikspezialist Tecalor bietet Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung an, die verbrauchte Raumluft nach außen transportieren und die Wärmeenergie der angesaugten Frischluft zuführen. Die Geräte seien in der Lage, die Aerosol-Konzentration in einem Verkaufsraum durch die Zufuhr von frischer Außenluft maßgeblich zu reduzieren. „Durch den permanenten Luftaustausch sinkt die Anzahl der durch mögliche Viren belasteten Aerosole im Gebäude stark ab und das Infektionsrisiko wird signifikant verringert“, sagt Tecalor-Geschäftsführer Burkhard Max.

Systeme im Vergleich

Filteranlagen sind hocheffektiv, halten aber ausschließlich die Partikel im Gerät fest. Die Geräte müssen also regelmäßig gereinigt und die Filter gewechselt werden. Bei Luftreinigungssystemen auf UV-C-Basis sind die Wartungskosten verglichen mit Geräten mit HEPA-Filteranlagen auf Dauer niedriger, da das regelmäßige Wechseln und Entsorgen der Filter entfällt, heißt es bei der Firma Bäro, einem der Anbieter dieser Technologie. Gegen Strahlung im UV-C-Bereich (Wellenlänge von 200 bis 280 nm) haben auch pandemische Erreger wie SARS-CoV-2-Viren keine Chance. Das Funktionsprinzip der UV-C-Technologie von Bäro besteht darin, verunreinigte Raumluft kontinuierlich anzusaugen, in einer komplett abgeschirmten Kammer mittels UV-C-Röhren zu entkeimen und die gereinigte Luft dem Raum wieder zuzuführen. Dies kann abgestimmt auf die Anwendungssituation in einem Modul erfolgen, das in einer RLT-Anlage bereits bei einer Neuinstallation oder nachträglich integriert wird.

Für alle Gebäude, die über keine zentrale RLT-Anlage verfügen, um eine ausreichende Frischluftzufuhr zu gewährleisten, stellen dezentrale Luftreinigungsgeräte eine sinnvolle Alternative dar, um das Ansteckungsrisiko über die Raumluft (Aerosole) deutlich zu verringern. „Die Luftwechselrate und die Anzahl der Geräte müssen in richtiger Relation zum gegebenen Raumluftvolumen einer Verkaufsfläche stehen“, erklärt Sebastian Wersig, UV-C-Experte beiKMLS, einem Hamburger Spezialisten für technische Gebäudeausrüstung und Lichtplanung.

Für größere Verkaufsräume wie zum Beispiel Supermärkte sind sog. Upper-Air-Systeme auf UV-C-Basis geeignet. Bei dieser Technologie handelt es sich um halb offene Systeme. Der Beleuchtungsspezialist Signify (ehemals Philips Licht) hat 31 solcher Desinfektionsgeräte beim Edeka-Händler Clausen in Hamburg an Säulen und Wänden befestigen lassen. Das Prinzip: Durch die indirekte Bestrahlung wird ein UV-C-Lichtschleier an die Decke gelegt. Die Wandstrahler desinfizieren durch die UV-C-Strahlung sowie die natürliche Aufwirbelung durch die im Markt befindlichen Personen die Luft im oberen Teil des rund 1.400 qm großen Verkaufsraums. Die Luft wird durchschnittlich sechs- bis achtmal pro Stunde durch diese Anlage durchgeführt und entkeimt.

Für größere Verkaufsräume wie zum Beispiel Supermärkte sind sog. Upper-Air-Systeme auf UV-C-Basis geeignet. Bei dieser Technologie handelt es sich um halb offene Systeme. Der Beleuchtungsspezialist Signify (ehemals Philips Licht) hat 31 solcher Desinfektionsgeräte beim Edeka-Händler Clausen in Hamburg an Säulen und Wänden befestigen lassen. Das Prinzip: Durch die indirekte Bestrahlung wird ein UV-C-Lichtschleier an die Decke gelegt. Die Wandstrahler desinfizieren durch die UV-C-Strahlung sowie die natürliche Aufwirbelung durch die im Markt befindlichen Personen die Luft im oberen Teil des rund 1.400 qm großen Verkaufsraums. Die Luft wird durchschnittlich sechs- bis achtmal pro Stunde durch diese Anlage durchgeführt und entkeimt.

UV-C-Strahlungen abschirmen

Signify und das Sicherheitsreferenzlabor Innovative Bioanalysis haben die Wirksamkeit von UV-C-Leuchten zur Desinfektion oberer Lufträume in Bezug auf die Inaktivierung von SARS-CoV-2-Viren erst kürzlich bestätigt. Die Testergebnisse hätten bewiesen, dass UV-C-Leuchten zur Desinfektion oberer Lufträume 99,99 Prozent der Viren in der Raumluft von 10 Minuten inaktivieren. Da die halboffenen Upper-Air-Geräte nach außen abstrahlen, müssen unbedingt strenge Sicherheitskriterien eingehalten werden, warnt KMLS-Geschäftsführer Pablo Theux ausdrücklich vor laienhafter Montage der Luftsterilisatoren. „Die direkte Strahlung auf den Menschen kann extrem gefährlich sein.“

Zurzeit planen immer mehr Filialisten und Betreiber von Supermärkten, Modeketten und Baumärkten, die UV-C-Technologie einzusetzen. Aufgrund der hohen Nachfrage überrascht es daher nicht, dass die Produzentenzahl von UV-C-Geräten seit Beginn der Pandemie Anfang 2020 um 400 Prozent gestiegen ist, so die Arbeitsgemeinschaft Luft-UV. Die AG-LUV ist eine Interessengemeinschaft der Spezialisten Virobuster International, Orca und Bäro mit dem Ziel, die Anwender vor Fehlinvestitionen zu schützen. Für mobile Luftentkeimungsgeräte auf UV-C-Basis wurde jetzt eine erste Richtlinie für einen Mindeststandard entwickelt, dem diese Geräte entsprechen müssen. Ein „UV-C-Siegel“ attestiert den Geräten den definierten Sicherheitsstandard und ergänzt das CE-Zeichen.

Arclite, ebenfalls ein Anbieter von Beleuchtungsprodukten, geht das Thema Entkeimung von Verkaufsräumen von einer anderen Richtung an. Das Unternehmen vertreibt neuerdings Geräte für die Luftentkeimung und Oberflächenreinigung. Das System versprüht Probiotika („Enviro Biotics“), die infektiöse Bakterien und andere Schädlinge unter Quarantäne stellen, indem sie gute Bakterien in der Luft und auf allen Oberflächen verteilen und dann die schlechten verdrängen, beschreibt Arclite-Geschäftsführer Stefan Woelke das Funktionsprinzip. Verschiedene wissenschaftliche Studien hätten die Wirksamkeit nachgewiesen. Die Aufstellgeräte gibt es für Verkaufsflächen bis 2.500 qm, mit Bedienung über Touchpanel und Anschluss an Lüftungsanlagen.

Raumlufttechnische Anlagen mit integrierten Komponenten zur Entkeimung werden auch in der Zeit nach der Pandemie von großem Nutzen sein. Denn neben Corona-Viren filtern sie auch zuverlässig alle anderen Arten von Feinstaub, Schimmelpilzen oder Keimen aus der Raumluft. Auf diese Weise tragen die Geräte dazu bei, die Sicherheit beim Einkauf mit einer einwandfreien Lufthygiene zu unterstützen.

 

Der Beitrag wurde von Winfried Lambertz verfasst.
Mit freundlicher Genehmigung von stores+shops

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