Best-Practice: Fräulein Mode und Wohnen

Alexander Dabrowski

Auf einen Blick:

Name: Fräulein Mode und Wohnen

Mitarbeiter: 22

Anzahl der Filialen: 3

Branche: Textil & Mode

Das Unternehmen

Simona Libner, die Inhaberin von drei Filialen von „Fräulein Mode und Wohnen“ in Meerbusch, Kempen und Ratingen möchte ihren Kunden in ihrem Multi-Label Store ein einmaliges Shopping Erlebnis ermöglichen. Der Name des Geschäfts ist auch einzigartig, denn er bezieht sich nicht auf den Kleidungsstil, sondern auf Simona Libner’s Größe, da ihr Ehemann einst gesagt hat: „Ich habe so eine kleine Frau, das ist mein Fräulein“. Dieser dient jetzt als Name ihrer drei Filialen.

Das Problem

Wie bei vielen stationären Geschäften kommen Kunden gerne zur Inspiration, kaufen dann aber lieber online. Gerade in Zeiten von großen Online-Plattformen ist es risikoreich, einen stationären Laden zu eröffnen. Das „Fräulein“ hat den digitalen Entwicklungen getrotzt und Mechanismen entwickelt, um im digitalen Zeitalter als stationäres Geschäft zu bestehen. Wie also konnte Simona Libner es bewerkstelligen, gleich drei Geschäfte erfolgreich aufzubauen und zu führen?

Der Ansatz

Mit der Geschäftsperspektive ihres Ehemannes und der persönlichen Einkaufserfahrung weiß Simona Libner ganz genau, was wichtig ist – für das eigene Geschäft und für die Kunden.

Individuelle Mode

Simona Libner sagt selbst, dass sie eine Dachmarke kreiert hat: Marken und verschiedene Kleidungsstücke werden in unterschiedlichster Weise kombiniert, wobei immer auf das Gesamtpaket geachtet wird: Nicht die verschiedenen Marken werden präsentiert, sondern das gesamte Outfit, mit all den kleinen Details.  

Individuelles Ladendesign

Das „Fräulein“ ist so gestaltet, dass sich jeder direkt wohlfühlt und verweilt. Alte Kirchenbänke für die Warenpräsentation sorgen für Gesprächsstoff und das gesamte Ambiente gibt den Kunden einen Anreiz, längere Zeit durch den Laden zu stöbern und die liebevoll zusammengestellten Produkte zu entdecken.

Individuelles Werbesystem

Die Werbetrommel wird in verschiedenster Weise gerührt. Die klassischen Printmedien kommen allerdings dabei weniger zum Einsatz. Diese sind nicht so persönlich und auch nicht aussagekräftig genug, vor allem da Emotionen bei der Warenpräsentation eine zunehmend große Rolle spielen. Die eigentliche Vermarktung läuft online via Facebook bzw. Instagram und in enger Zusammenarbeit mit einer eigenen Fotografin. Die erstellten Videos & Bilder, sollen täglich Anreize für innovative Kombinationen und neue Kleidungsstücke liefern.

Engagiertes Personal

Wenn neues Personal eingestellt wird, wird ein offenes Auftreten erwartet. Fragen wie „Kann ich Ihnen helfen?“ oder „Kommen Sie zurecht?“ sind keine guten Einstiegsmöglichkeiten, um die Kundschaft in ein Gespräch zu verwickeln. Beginnt man mit: „Wenn Sie eine Frage haben, können Sie mich jederzeit einfach ansprechen.”, hat man bessere Chancen. Teilweise sind Kunden auch mit der ganzen Energie überfordert, die einem da entgegenkommt, aber nach einem gemeinsamen Kaffee wird individuell beraten, ganz nach dem Stil der Kunden.  Das gesamte Team achtet immer auf die Wünsche und den Stil der Kundschaft. Dabei kann es auch zu spannenden Stilentwicklungen und völlig neuartigen Kreationen kommen!

Smartes Warenwirtschaftssystem

Es hat gedauert, bis Simona Libner sich durch die vielen Möglichkeiten des digitalen Wirtschaftssystems gefuchst hat. Heute will sie das aber nicht mehr missen, denn es ist praktisch, effizient und man kann gezielter Waren bestellen und somit auf die Wünsche der Kundschaft eingehen. Ein Beispiel: Wenn in der einen Filiale ein gewünschter Artikel fehlt, wird in der anderen digital und in Echtzeit nachgesehen, ob er dort vorhanden ist. Der Artikel wird schnellst möglichst in den nächstgelegenen Laden geliefert und steht dem Kunden sofort zur Abholung bereit. Eine andere Alternative ist, dass der Kunde per Kreditkarte bezahlt und den Artikel nach Hause geliefert bekommt.

Das Ergebnis

Von Anfang an wird um den Kunden eine Atmosphäre des Wohlfühlens geschaffen. Dies beginnt schon in den sozialen Netzwerken – bei Facebook oder Instagram. Die Kunden werden von den Produktdarstellungen auf den Social-Media Kanälen inspiriert und kommen dann in das Geschäft, um sich noch weitere Ideen, rund um die Themen Mode und Wohnen, zu holen. Im Endeffekt schafft es „Fräulein Mode und Wohnen“ ein Einkaufserlebnis zu kreieren, welches der Kunde zu schätzen weiß. Zudem bietet der 360° Ladenrundgang dem Kunden eine ganz eigene und individuelle Perspektive und erweitert gleichzeitig das Portfolio des „Fräuleins“. Der innovative Ladenrundgang unterstreicht die Einzigartigkeit und hebt es von anderen „typischen“ Geschäften ab. Die Kunden können auf intuitive Art und Weise erfahren, ob im Sortiment etwas für sie dabei ist und ob sich ein Besuch vor Ort lohnt.