Digitalisierung der Innenstädte – Wie der Weg zur Smart City auch Händler:innen Mehrwerte bietet

Alexander WeßlingGeschätzte Lesedauer: 2 Minuten

Die Digitalisierung schreitet in allen Lebenslagen voran. So macht sie auch nicht vor unseren Städten und innerstädtischen Zentren halt. Dass vor allem die Innenstädte stark unter der Coronapandemie gelitten haben, ist weitreichend bekannt. Die Abwärtsspirale aus Frequenzverlusten, Leerständen und einer sinkenden Attraktivität, die sich bereits vor der Pandemie in Gang setzte, wurde verstärkt. Der Leitspruch, dass der Handel ohne die Innenstadt ebenso wenig leben kann, wie die Innenstadt ohne den Handel, bröckelt immer mehr.

Doch wie schaffen wir es, die Innenstädte attraktiv zu gestalten und vor allem junge Zielgruppen zurückzugewinnen? Die Antwort lautet: Mixed-Use-Konzepte etablieren den Weg zur Smart City!

Kenne deine Zielgruppe!

Um zu wissen, welche Konzepte gefragt sind, was sich Kund:innen wünschen und wie die Attraktivität der Innenstadt gesteigert werden kann, ist es wichtig seine Zielgruppe zu kennen. Denn das Handelsgeschäft hängt maßgeblich von den Besucher:innen ab. Ergebnisse liefert die deutschlandweit größte Innenstadtbefragung „Vitale Innenstädte“ des IFH KÖLN, die im Turnus von zwei Jahren durchgeführt wird und zuletzt 2020 stattfand. Sie liefert Antworten auf die Fragen, wie die Struktur der Innenstadtbesucher:innen aufgebaut ist, was die Motive eines Innenstadtbesuchs sind und wie der Besuch von der Anreise, über den Aufenthalt bis zur Bindung und Weiterempfehlung wahrgenommen wird.

Quelle: Vitale Innenstädte 2020, IFH KÖLN, 2020.
Quelle: Vitale Innenstädte 2020, IFH KÖLN, 2020.

Der Weg zur Smart City

Um die Innenstädte vor allem für junge Zielgruppen attraktiv zu gestalten, bedarf es eines Umdenkens und einer Neuausrichtung. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, in der es darum geht, schnelle und effiziente Lösungen zu finden. Dieser Prozess macht auch vor den Innenstädten nicht halt. So können smarte Lösungen dazu beitragen, die Attraktivität der Innenstädte wieder zu steigern. Über die gesamte Reise der Besucher:innen (Visitor Journey), gibt es verschiedene Lösungen, die Mehrwerte bieten. So können sensorgestützte Parkleitsysteme helfen, die Parkplatzsuche zu verkürzen, innerstädtische kostenlose WLAN-Angebote die Aufenthaltsdauer verlängern und Frequenzmesser Besucherströme aufzeichnen. Hierdurch profitieren nicht nur die Besucher:innen, sondern auch die Händler:innen sowie weitere Innenstadtakteure.

Mixed-Use-Konzepte

Zur weiteren Steigerung der Innenstadtattraktivität bedarf es neuer Konzepte. Auch wenn der Handel weiterhin als Besuchsimpuls Nr. 1 gilt, kann er allein nicht die Lösung sein. Wie Händler:innen dennoch punkten und ihre Aufenthaltsqualität steigern können, zeigt das gleichnamige Infoblatt „Aufenthaltsqualität steigern – Was ist zu tun, damit Kund:innen bleiben?“ Darüber hinaus müssen Innenstädte mit weiteren Konzepten punkten, die vor allem Erlebnisse schaffen und das Freizeit- und Kulturangebot erweitern. Denkbar sind neue Gastronomiekonzepte, Escape Rooms oder regelmäßig stattfindende Events, wie Konzerte oder Lesungen.

Fazit:

Um den Weg aus der Coronakrise zu meistern und die Besucher:innen zurück in die Innenstädte zu lotsen braucht es kreative Lösungen. Neben einem breiten Angebot gepaart aus Handel, Gastronomie, Dienstleistungen sowie Freizeit und Kultur, spielen digitale Lösungen in Zukunft eine wichtige Rolle. Der Weg zur Smart City ist durchaus mit Hürden verbunden, bietet jedoch viele Vorteile sowohl für Besucher:innen als auch für Händler:innen und Innenstadtakteure.

Weitere Informationen zur Studie „Vitale Innenstädte 2022“ bietet der kostenlose ECC-Webtalk am 17.05.2022 um 16:00 Uhr.

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