Digitalisierung. Gemeinsam. Anstoßen – Das war der Kick-off des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Handel in Köln

Judith HellhakeGeschätzte Lesedauer: 4 Minuten

Am späten Dienstagnachmittag hieß es in Köln „Digitalisierung. Gemeinsam. Anstoßen“. Rund 120 Gäste waren der Einladung des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Handel in die Räumlichkeiten des Rautenstrauch-Joest-Museums zum regionalen Kick-off des 26. Kompetenzzentrums der Förderinitiative Mittelstand Digital gefolgt. Namhafte Gäste aus dem Handel lauschten zunächst einem Programm, dass Lust auf Innovation und Digitalisierung machte und wurden anschließend rund um das Thema Customer Journey selbst aktiv. Wie genau das aussah? Wir haben Ihnen den Kick-off zusammengefasst.

Digitalisierung zum Anfassen

Obwohl der Abend in musealer Umgebung stattfand, lautet die Devise beim Kompetenzzentrum Handel eindeutig „Anfassen erlaubt“, machte Judith Hellhake, Projektleiterin Mittelstand
4.0-Kompetenzzentrum Handel am IFH Köln und Moderatorin der Veranstaltung direkt zu Beginn deutlich. Aufgabe und Ziel des Kompetenzzentrums Handel sei es, nicht nur mit Anglizismen um sich zu werfen, sondern Digitalisierung für kleine und mittlere Unternehmen konkret greifbar zu machen. Dass dieses Vorhaben wörtlich zu verstehen ist, war ein Hauptanliegen der Veranstaltung. Anhand digitaler Technologien aus dem neuen DigitalMobil (DiMo) wurde den Teilnehmer*innen u. a. live demonstriert, was für Möglichkeiten die Digitalisierung im Handelsumfeld bietet.

Wie dringend weitere Sensibilisierung und konkrete Handreichungen in Sachen Digitalisierung benötigt werden, verdeutlichten auch die Grußworte von Frank Fischer, Leiter des Referats
Mittelstand-Digital des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, und Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister des Landes Nordrhein-Westfalen für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie. Fischer betonte, dass es geradezu fahrlässig sei, die Chancen der Digitalisierung nicht zu nutzen und rückte damit die Notwendigkeit eines Kompetenzzentrums Handel, das KMU aus Einzel- und Großhandel bei Fragen rund um Technologien und Geschäftsmodelle unterstützt, in den Vordergrund. Auch Minister Pinkwart betonte, wie relevant Vernetzung sei und welche Chancen hybride Lösungen bieten, sich auf digitale Neuerungen einzustellen.

Dem Strukturwandel entgegenwirken

Mit den Impulsvorträgen von Frank Rehme, Geschäftsführer des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel, und Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln, wurde vor allem klar: die
Erwartungshaltungen und Anforderungen an die Digitalisierung sind groß. Ein Grund mehr jetzt tätig zu werden. Wie? „Alles, was wir tun, muss am Shopper ausgerichtet sein“, so Rehme. Ob es um Produktauswahl, nachhaltige Konzepte oder Social Media gehe – Kundenansprache und -zentrierung erreichten in der digitalisierten Welt einen neuen Stellenwert. Aspekte, die auch Dr. Hudetz unterstrich, der anhand verschiedener Praxisbeispiele Wege aufzeigte, Online- und stationären Handel zu verknüpfen. Damit der Einzelhandel nicht einzeln handele, bestehe der Bedarf nach integrierten Konzepten, die beispielsweise das Café um die Ecke oder den öffentlichen Nahverkehr anbinden, so Hudetz. Insbesondere mit Blick auf Strukturwandel und Verstädterung gilt es, die Möglichkeiten der Digitalisierung zielgruppengerecht zu nutzen – ein zukunftsträchtiges und hochaktuelles Thema, was im Publikum für Gesprächsbedarf sorgte. Fazit: Desinteresse in Sachen Digitalisierung ist für den Handel längst fehl am Platz.  

Wie genau neue technologische Möglichkeiten im Handel durch das Kompetenzzentrum in die Breite getragen werden sollen, zeigte Jalina Maaßen, Projektmitarbeiterin am IFH Köln. Per Liveschaltung in die WhiteBox nach Langenfeld und zum Experience Center GS1 nach Köln-Braunsfeld, bekamen die Teilnehmer*innen einen Eindruck davon, was technologisch überhaupt möglich ist. Die Antwort: schon sehr viel! Von neuen digitalen Bezahlsystemen über unsichtbare QR-Codes bis hin zu der automatisierten Lieferung eines im Laden vergriffenen Produkts wurden verschiedene neue digitale Einkaufsmöglichkeiten aufgezeigt, die sich zwischen digitaler und analoger Welt bewegen.

Customer Journey im Fokus

Den interaktiven Abschluss bildete das World Café zu einzelnen Themenbausteinen des Kompetenzzentrums Handel. Die Teilnehmer*innen traten in kleinen Gruppen in einen aktiven Austausch mit den Expertinnen und Experten des Kompetenzzentrums und konnten sich an fünf Stationen der Customer Journey – von der Bedarfsentstehung, über den Aufenthalt im
Geschäft und Kundenbindung und Anbieterauswahl bis hin zur Kaufabwicklung –  zu ihren Erfahrungen austauschen und Impulse für die Praxis sammeln. Der angeregte Austausch in den einzelnen Gruppen wurde später bei Kölsch und Fingerfood weitergeführt. Während des kommunikativen Ausklangs heiß begehrt: die Technologien aus dem DiMo, die vor Ort ausprobiert werden konnten. Und das ist zukünftig auch bei vielen weiteren Veranstaltungen und Terminen des DiMo möglich. Interesse? Dann melden Sie sich einfach bei a.scholz@ifhkoeln.de. Zukünftig werden Sie die Stopps und Termine des DiMo auch online einsehen können.  Ihr Vorteil: Alle Angebote des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel – insbesondere die Buchung des DiMo – sind kostenfrei!

Nach dem Kick-off ist vor der praktischen Umsetzung

Das Auftakt-Event in Köln hat gezeigt: Die Digitalisierung für KMU steht vor der Tür und hat nun mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel eine engagierte, vernetzte und
innovative Anlaufstelle. Die Zukunft ist digital – das Kompetenzzentrum Handel freut sich darauf, die vielfältigen Themen und Möglichkeiten begreifbar zu machen. Packen wir es gemeinsam an!