Digitale Sprachassistenten im Handel – Projekt „Rita“

Simone SauerweinGeschätzte Lesedauer: 2 Minuten

Morgens ins vorgeheizte Auto steigen, sich vom Bordcomputer über die verkehrsgünstigste Strecke leiten lassen, während der Fahrt den Digitalen Sprachassistenten beauftragen, im Geschäft die Heizung hochzufahren und Kaffee aufzubrühen, dort angekommen gehorchen die Rollgitter aufs Wort und die Eingangstür lässt sich per Stimmerkennung entriegeln – Fakt oder Fiktion?

Was nach Zukunftsmusik klingt, könnte mit Hilfe von Digitalen Sprachassistenten irgendwann zum Arbeitsalltag gehören. Bei einem Digitalen Sprachassistenten handelt es sich um eine spezielle Software, die es ermöglicht, ein elektronisches Gerät, wie ein Smartphone, Tablet-/Computer oder einen intelligenten Lautsprecher (sog. Smart Speaker), durch die Stimme zu bedienen. Die Sprachsteuerung ersetzt dabei die klassische Eingabe über die Tastatur oder den „Mausklick“.

Während die Gespräche mit mobilen Geräten aus kaum einem Science-Fiction-Film wegzudenken sind, die Sprachassistenten dort teilweise sogar eigene Persönlichkeiten besitzen, stellt die Sprachsteuerung für die derzeitigen Systeme eine Herausforderung dar. So müssen beispielsweise doppelte Bedeutungen von Wörtern („Teekesselchen“) herausgefiltert und in den richtigen Zusammenhang gebracht werden oder auch regionale Dialekte erst für den Sprachassistenten „übersetzt“ werden. Gleichzeitig erwartet der Fragestellende (Nutzer:in) eine Antwort in angemessener Zeit, somit erfordert die Umwandlung in computergerechte Kommandos eine hohe Rechenleistung innerhalb eines möglichst kurzen Zeitraums.

Seit Apple im Jahr 2011 der Weltöffentlichkeit „Siri“ als ersten funktionstüchtigen mobilen Sprachassistenten vorstellte, hat sich in diesem Bereich schon viel getan. Neben großen internationalen Konzernen wie Amazon (Alexa), Google (Assistant), Microsoft (Cortana) oder Samsung (S Voice/Bixby) bietet mittlerweile z. B. auch die Deutsche Telekom ihren Kunden ein System (Magenta) zur Sprachsteuerung an.

Bisher werden diese Sprachassistenten vor allem privat genutzt, doch die zunehmende Vernetzung der Systeme und die wachsende Anzahl an Geräten, die per Sprachsteuerung bedient werden können, bergen auch für das Geschäftsleben große Potenziale. So sind erste Anwendungen im Dienstleistungssektor, in Hotels, bei Fluglinien und in der Lagerlogistik im Einsatz und auch im Handel gibt es bereits vereinzelte Pilotprojekte.

Welche Unterstützungsmöglichkeiten die Sprachsteuerung auf und abseits der Verkaufsfläche in Zukunft bieten könnte, hat das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel gemeinsam mit der GS1 Germany ausgelotet und für die Vorgänge „Warenverbuchung im Lager“ und die „Bestandskontrolle auf der Fläche“ einen sog. Demonstrator, den Prototypen „Rita“ entwickelt.

Im Laufe des Projektes kristallisierten sich einige Herausforderungen bei der Entwicklung eines Digitalen Sprachassistenten heraus. Die vollständige Historie und die „Lessons Learned“ finden Sie in unserem neuen Leitfaden „Fakt oder Fiktion? – Einsatzmöglichkeiten Digitaler Sprachassistenten im Einzelhandel“.

Demonstrator „Rita“ im Praxiseinsatz:

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