Die Zukunft ist hier

Dara Kossok-SpießGeschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Handelsverband Deutschland veröffentlicht Umfrage zu Künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz bewegt. Der Begriff löst Hoffnungen und Ängste aus. Es schwingen Bilder von Robotern – bestenfalls von Supermans Kelex, schlimmstenfalls vom Terminator- durch unsere Gedanken, wenn wir die Abkürzung KI hören. Ganz klar: KI ist die Zukunft. Aber genau wie die Zukunft ist KI weit weg.

Handel ist vielversprechendstes Anwendungsfeld für KI

Das stimmt jedoch nicht. Künstliche Intelligenz ist bei weitem kein Phänomen der Science Fiction mehr: Sie wird in Form von Suchoptimierungsalgorithmen, Chatbots, Smart Screens und Shelfs bereits heute extensiv genutzt. Der Einzelhandel – sowohl online als stationär – gilt als das vielversprechendste Anwendungsfeld für KI. Aufgrund ihrer Schnittstellenfunktion befinden sich Händler im komplizierten Beziehungsgeflecht zwischen Kunden, Herstellern, Logistikern und Plattformen. Hier verspricht der technologische Megatrend ein flexibles, personalisiertes und bequemes Einkaufserlebnis. Denn in der Verbindung mit großen Datenmengen (Big Data) bieten sich dem Handel ungeahnte Möglichkeiten, auf Wünsche und Bedürfnisse der Kunden einzugehen.

KI-Systeme können hierbei hochkomplexe, mit großen Datenmengen verbundene Aufgaben in Echtzeit bearbeiten und damit Händler entlasten. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig: Intelligente Systeme können den kompletten Geschäftsprozess von der Zentrale über die Logistik zur Filiale optimieren.

Doch wie weit ist der deutsche Handel bei der Anwendung von KI? Wo wird KI bereits im Handel eingesetzt? Was erhoffen sich die Händler*innen von der technischen Innovation? Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat 1.000 Händlerinnen und Händler nach Ihrer Einschätzung von Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz in der Branche gefragt. Die wichtigsten Erkenntnisse finden Sie hier zusammengefasst:

Keine Investitionen in KI

Künstliche Intelligenz ist für die meisten Händlerinnen und Händler noch kein relevantes Investitionsfeld. Fast 80 % der Befragten wenden weder KI-Systeme an noch planen sie deren Einsatz. Immerhin 13 % planen den Einsatz von KI. Die Anzahl der Händler*innen, die KI bereits nutzen, ist mit 7,5 % äußerst gering.

Kein Überblick über KI

Aussschlaggebend für die kleine Anwendungszahl smarter Lösungen im deutschen Handel ist neben der Frage der Notwendigkeit (63,3 %) vor allem der fehlende Überblick über Anwendungsfälle (31 %). Praktische Anwendungsbeispiele und profunde Erläuterungen von KI im Handel finden Sie hier: handel40.org/kuenstliche-intelligenz

KI ist von Bedeutung

Trotz der geringen Anwendungszahlen messen 69,8 % der Befragten Künstlicher Intelligenz eine hohe bis sehr hohe Bedeutung im Handel der kommenden 10 Jahre zu. Nur 6,4 % erachten KI nicht als bedeutungsvoll.

KI entlastet Händler*innen

Künstliche Intelligenz wird insbesondere zur personellen Entlastung (69,8 %) und Automatisierung (58,7 %) eingesetzt. Höhere Geschwindigkeit (54 %) und Kostensenkungen (54 %) mithilfe von KI sind entscheidende Mehrwerte.

KI as a Service

Künstliche Intelligenz wird im Handel größtenteils als Service gekauft (85,4 %). Nur 14,5 % der Befragten entwickeln eigene smarte Lösungen. Insbesondere für kleine und mittelständische Händler*innen können eingekaufte KI Lösungen eine schnelle, kostengünstige und niedrigschwellige Optimierung der Geschäftsprozesse bedeuten.

Die Umfrage zeigt: Die Anwendungsmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz sind seitens des deutschen Handels nicht ausgeschöpft. Wie KI genutzt werden kann – und vor allem – im Handel genutzt wird, erfahren Sie auf der Themenseite des HDE: handel40.org/kuenstliche-intelligenz

Die gesamte Studie finden Sie hier als Download!

Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Blog Handel 4.0.

 

Schrift vergrößern
Kontrast