CoVid19 nicht der einzige Virus, der für den Handel zur Gefahr wird

Dara Kossok-SpießGeschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Die Corona Krise stellt insbesondere Einzelhändler*innen vor immense Herausforderungen. Viele reagieren kreativ und rüsten digital auf. Doch die Gefahr sich zusätzlich mit Cyberviren anzustecken, ist erhöht. Wir zeigen, wie sie sich schützen können.

Die Ausbreitung des Corona Virus (CoVid19) stellt unsere Gesellschaft vor historische Herausforderungen. Insbesondere der Einzelhandel ist von den Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus wie Schließungen von Geschäften außerhalb des Lebensmittelhandels betroffen. Die verlorenen Umsätze liegen pro Tag bei rund 1,15 Milliarden Euro.

Nach Schätzungen des Handelsverbands Deutschland (HDE) sind aktuell bis zu 300.000 Standorte aufgrund der jeweiligen Regelungen in den Bundesländern von Schließungen betroffen. Die Innovationskraft des Handels zeigt sich in den vielen kreativen Lösungen der Krise. Rund zwei Drittel der Unternehmen bauen nach eigenen Angaben nun Angebot und Services aus, so den Onlinevertrieb über Marktplätze oder den eigenen Webshop. So bieten viele nun Lieferservices an oder nutzen Social-Media-Kanäle, wie Instagram oder Facebook, um ihre Kunden zu erreichen.

Kreative Lösungen bieten Einfallstore für Cyberangriffe

Diese kreativen Lösungen sind in Krisenzeiten richtig und wichtig. Überstürztes Handeln bietet jedoch auch ein Einfallstor für Cyberangriffe.

Zum einen arbeiten momentan viele aus dem Homeoffice, um die Ansteckungsgefahr mit CoVid19 zu verringern. Was gesundheitlich empfehlenswert ist, bedeutet erhöhte IT-Gefahren: Denn Arbeits-Computer zuhause sind deutlich schwerer zu schützen als innerhalb der Netzwerke von Unternehmen.

Zum anderen herrscht eine gewisse Angst in Verbindung mit dem CoVid19 Virus, die Cyberkriminelle nutzen. Mit Phishing-Mails zu Corona-Virus-Themen versuchen diese verstärkt Passwörter zu erbeuten. Solche Cyberangriffe finden sowohl gezielt als auch automatisiert statt und haben damit einen hohen Schaden für Handelsunternehmen aller Größen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor verstärkten Phishing-Aktivitäten im Zuge der Corona-Krise gewarnt. Unter anderem seien derzeit gefälschte Mails der Sparkasse im Umlauf, mit der Zugangsdaten zum Online-Banking abgegriffen werden sollen.

Was tun?

Was bedeuten diese Risiken für Unternehmen? Angesichts der geschilderten Cybergefahren kann sich leicht ein Gefühl der Ohnmacht einstellen. Nicht (mehr) online zu verkaufen ist insbesondere für von Geschäftsschließungen betroffenen Händler*innen jedoch keine Alternative. Zudem ist nicht nur das Onlinegeschäft ein mögliches Einfallstor: Kaum ein Handelsunternehmen kommt heutzutage ohne eine umfangreiche IT-Infrastruktur aus. Ob Payment, Kommunikation oder Buchhaltung – Informationstechnik ist überall zu finden.

Auch wenn absolute Informationssicherheit angesichts der komplexen Bedrohungslage nicht gewährleistet werden kann, helfen oft schon einfache, mit kleinem Aufwand umsetzbare Maßnahmen, die Cybersicherheit im eigenen Betrieb deutlich zu verbessern. Hier die drei wichtigsten Schritte:

Halten Sie Ihre Programme auf dem neusten Stand

Schwachstellen in Büroanwendungen, Betriebssystemen und anderen Programmen sind nach wie vor eines der Haupteinfallstore für Cyberangriffe.

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die in Ihrem Unternehmen eingesetzten Programme und sorgen Sie dafür, dass Sicherheitsupdates so rasch wie möglich eingespielt werden – oder nutzen Sie die häufig angebotene automatische Aktualisierungsfunktion.

Schützen Sie Ihre Passwörter

Passwörter sind der Schlüssel zu den Systemen und Daten Ihres Unternehmens. Deshalb Sie besonders attraktiv für Cyberkriminelle. Vermeiden Sie leicht zu erratende Zeichenfolgen wie „123456“ oder „passwort“ und setzen Sie auf sichere, d.h. komplexe Passwörter.

Beachten Sie folgende Grundregeln im Umgang mit Ihren Passwörtern: Wählen Sie für jedes Konto ein individuelles Passwort, ändern Sie voreingestellte Passwörter umgehend und schreiben Sie Ihre Passwörter nicht auf die Haftnotiz am Bildschirm.

Daten regelmäßig sichern

Die Beute für Cyberkriminelle sind Ihre Daten. Schützen Sie diese, indem Sie diese von Servern, PCs und mobilen Geräten regelmäßig sichern. Sollte Ihr Computer von Viren befallen oder gestohlen werden, sind Sie damit abgesichert.

Cybersicherheit muss in Krisenzeiten Priorität sein

Cyber-Sicherheit ist ein Prozess. Angesichts einer immer komplexeren Bedrohungslage, zunehmender Vernetzung und der fortschreitenden Digitalisierung von Unternehmensprozessen stehen die Handelsunternehmen auch ohne CoVid19 tagtäglich vor neuen Herausforderungen. In Krisenzeiten wie jetzt ist es deshalb umso wichtiger auf die grundlegenden Prinzipien der Cybersicherheit zu achten.

Der HDE hat deshalb die Eckpunkte der Cybersicherheit in Kooperation mit dem BSI für Sie zusammengestellt:

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