„App“ durch die Kasse: Aldi UK startet mit Shop & Go

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Aldi hat in London seine erste kassenlose Filiale eröffnet. Unter dem Namen Shop & Go kann man im Stadtteil Greenwich seit Mitte Januar per App einkaufen.

Weite Gänge, kühles Design in Dunkelgrau, Blau und Stahl sowie Decken im Fabrikhallenstil – so sieht die Zukunft des Einkaufens im neuen Aldi Store in der britischen Hauptstadt aus. Der 450 qm große Discounter ist nach Unternehmensangaben der größte europäische Markt ganz ohne Kasse, nach dem Vorbild von Shops wie Amazon Go oder Rewe Pick & Go. Hier gibt es ausschließlich Lebensmittel und keine Non-Food-Ware, d. h. die Wochenangebote aus dem Flyer sind nicht im Programm.

Erst App, dann Einkauf

Der erste Aldi Shop&Go befindet sich im Londoner Stadtteil Greenwich. Foto: Aldi UK
Der erste Aldi Shop&Go befindet sich im Londoner Stadtteil Greenwich. Foto: Aldi UK

Betreten kann die Aldi-Filiale nur, wer die eigens dafür entwickelte App im Vorfeld des Einkaufs heruntergeladen hat – es gibt sie für iOS und Android-Systeme zum Download. Hier müssen die persönlichen Informationen und Zahlungsdaten hinterlegt werden. Am Eingang wird der persönliche QR-Code aus der App auf dem Smartphone gescannt, während des Einkaufens kann das Smartphone in der Tasche bleiben.

Das kassenlose Shopping-System funktioniert rein auf Kamerabasis. Diese sind an der Decke des Ladens installiert, verfolgen die Kund:innen auf ihrem Laufweg durch den Discounter und erkennen, welche Produkte sie aus dem Regal nehmen, aber auch, welche wieder zurückgelegt werden. Zusätzliche Sensoren wie z. B. Gewichtsmessungen in den Regalen kommen dabei nicht zum Einsatz.

Waren direkt einpacken

Da in diesem System weder die Einkaufswagen noch Scanner am Ausgang nötig für die Warenerkennung sind, können die Kund:innen die ausgewählten Artikel direkt in ihre Taschen oder Rucksäcke packen. Die Shop & Go-App kann laut Aldi auch Gruppen erkennen, die zusammen einkaufen, wie etwa Familien.

Die Abwicklung der Zahlung erfolgt über die App: Nach dem Verlassen des Geschäfts wird der Betrag automatisch abgebucht – hierbei wird, wie in Großbritannien üblich, per Kreditkarte abgerechnet – und die dazu gehörende Quittung angezeigt. Sollte die App Waren einmal falsch berechnen, verspricht Aldi eine zeitnahe Rückerstattung, ebenso wie bei Stornierung oder Reklamation.

 

In dem Shop&Go-Store gibt es ausschließlich Food-Artikel. Foto: Aldi UK
In dem Shop&Go-Store gibt es ausschließlich Food-Artikel. Foto: Aldi UK

Technik aus Kalifornien und Osnabrück

Die Technologie für die kassenlosen Systeme wurde vom US-amerikanischen Unternehmen Aifi hergestellt und erprobt. Foto: Aifi
Die Technologie für die kassenlosen Systeme wurde vom US-amerikanischen Unternehmen Aifi hergestellt und erprobt. Foto: Aifi

Die App stammt von Basecom aus Osnabrück. Die auf Shopping und Retail-Lösungen spezialisierte Firma hat die Anwendung auf Basis der E-Commerce-Technologie von Spryker implementiert. Hinter der kassenlosen Technologie steht der Anbieter Aifi mit Sitz im kalifornischen Silicon Valley, der bereits Händler wie die z. B. französische Marktkette Carrefour und das polnische Einzelhandelsunternehmen Zappka ausgerüstet hat.

Personal als Ansprechpartner

Eine weitere technologische Komponente kommt bei der Altersfreigabe von sogenannten Challenge-25-Produkten ins Spiel, z. B. bei alkoholischen Getränken: Das britische Unternehmen Yoti hat die Software entwickelt, mit der sich die Aldi-Kund:innen per Gesichtserkennung autorisieren können. Wer den Service nicht nutzen möchte, könne sein Alter aber auch von einem Marktmitarbeiter verifizieren lassen, erklärt der Händler. Das Filialteam hat laut Aldi die gleiche Personalstärke wie eine herkömmliche Zweigstelle, unter anderem, um die Kundschaft bei technischen Fragen zu dem neuen Shopping-System zu beraten.

Aldi UK gehört zu Aldi Süd und ist im Königreich derzeit mit ca. 920 Filialen vertreten.

Der Beitrag wurde von Regina Kruck verfasst.
Mit freundlicher Genehmigung von stores+shops

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